Der Lehrstuhl PEM der RWTH Aachen hat heute gemeinsam mit Forschungs- und Industriepartnern das Forschungscluster „Fast Battery Customization“ (FastBat) in Aachen gestartet. Ziel des Projekts ist der Aufbau einer regionalen Wertschöpfungskette für Batterie- und Recyclingtechnologien im Rheinischen Revier sowie die beschleunigte Entwicklung neuer Batteriesysteme. Nach Angaben der Beteiligten stellt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt dafür über einen Zeitraum von drei Jahren insgesamt 50 Millionen Euro bereit. Das Cluster ist Teil der Strukturförderung für ehemalige Kohleregionen. Ziel ist es, Forschungsergebnisse schneller in industrielle Anwendungen zu überführen und neue wirtschaftliche Perspektiven in der Region zu schaffen. Im Fokus stehen verkürzte Entwicklungszyklen, flexible Produktionsverfahren sowie Batteriesysteme für Spezialanwendungen, beispielsweise in der Landwirtschaft oder Luftfahrt. Das Forschungscluster fügt sich zugleich unmittelbar in die Hightech Agenda Deutschland der Bundesregierung ein, die den Ausbau der Batterietechnologie in Europa als strategisches Ziel definiert hat. Ziel von FastBat ist der Aufbau einer eigenständigen, wettbewerbsfähigen Wertschöpfungskette für Batterie- und Batterierecycling-Technologien im Rheinischen Revier sowie die beschleunigte Überführung von Innovationen in industrielle Anwendungen. Darüber hinaus soll das Cluster die technologische Souveränität Europas im Bereich Batterietechnologie stärken und Abhängigkeiten entlang globaler Lieferketten reduzieren. Der Fokus auf lokale Wertschöpfung, Recycling und skalierbare Produktionsverfahren adressiert dabei zentrale industrie- und energiepolitische Herausforderungen Europas. Gäste aus Forschung, Industrie und Politik v.l. Prof. Dr. Achim Kampker, Dr. Henrik Born, Parlamentarischer Staatssekretär Matthias Hauer, Ministerin Ina Brandes, Bürgermeister Dr. Ralf Otten, Dekan Prof. Dr. Wolfgang Schröder Beim offiziellen Projektstart in Aachen waren neben zahlreichen Industrie- und Forschungspartnern auch NRW-Wissenschaftsministerin Ina Brandes, der Parlamentarische Staatssekretär Matthias Hauer beim Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) sowie der Aachener Bürgermeister Dr. Ralf Otten anwesend. Gemeinsam betonten die Beteiligten die zentrale Rolle der Batterie als Schlüsseltechnologie für die Digitalisierung und Elektrifizierung zahlreicher Industrien. Darüber hinaus wurde hervorgehoben, wie wichtig es sei, technologische Exzellenz und Innovationen schneller in die industrielle Serienanwendung zu überführen, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standorts langfristig zu sichern. „Derzeitige Entwicklungszyklen sind zu langwierig“, sagt Achim Kampker, Leiter des PEM Lehrstuhls an der RWTH bei der Eröffnung. „Die Batterieforschung fokussiert sich bislang überwiegend auf Produkt- und Prozessinnovationen mit niedrigen Technologiereifegraden, anstatt die Time-to-Market zu verkürzen und die Flexibilität von Produktionssystemen zu erhöhen.“ Beides sei jedoch essenziell, da zunehmend Anwendungen mit hoher Variantenvielfalt und sehr spezifischen Anforderungen elektrifiziert würden – darunter die Landwirtschaft, Luftfahrt, der Bergbau sowie Verteidigungsanwendungen. Im Rahmen einer Führung über die Marktstände der einzelnen Forschungscenter erhielten die Gäste zudem detaillierte Einblicke in die geplanten Vorhaben, Forschungsansätze und Ziele des Clusters. Dabei wurden unter anderem neue Konzepte für Batterieentwicklung und -produktion, Recycling, Digitalisierung sowie industrielle Skalierung vorgestellt. Forschung zu Produktion, Recycling und Batteriemanagement Marktstand Center V: “Implementation” FastBat ist in fünf Forschungsbereiche gegliedert. Diese beschäftigen sich unter anderem mit datenbasierten Simulationen, künstlicher Intelligenz und neuen Testverfahren, um Entwicklungszeiten zu verkürzen. Weitere Schwerpunkte sind Festkörper- und Natrium-Ionen-Batterien, energieeffiziente Produktionsprozesse sowie Recyclingverfahren für Batteriematerialien. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Transfer der Forschungsergebnisse in industrielle Anwendungen. Dazu gehören Qualifizierungsangebote, Reallabore und Programme für Start-ups.Zum Partnernetzwerk zählen mehrere RWTH-Lehrstühle, die Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle FFB, die Universität Münster sowie Unternehmen wie unter anderem PEM Motion, Accure und Cellovate. Quellen:PEM der RWTH Aachen