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Batterie-Jahresrückblick 2021: Europa forciert die Entwicklung

Trotz Corona: 2021 hat der Batterie-Markt vor allem in Europa noch einmal Wachstumsstärke gezeigt. Neben umfassenden Strategien zahlreicher namhafter Marktteilnehmer wurden auch die konkreten Umsetzungen merklicher. Battery-News.de blickt auf ein bewegtes Jahr 2021 zurück und listet die spannendsten Batterienachrichten der vergangenen zwölf Monate auf.

„Das Risiko einer Rückrufaktion lässt sich deutlich verringern“

Seit gut zwei Jahren überbieten sich zahlreiche europäische Batteriehersteller mit ihren Ankündigungen zur Errichtung eines neuen Produktionsstandorts. Europa entwickelt sich nach China zum weltweit zweitgrößten Standort für die Fertigung von Akkus für Elektrofahrzeuge. „Darin steckt viel Potenzial für europäische Anlagenbauer und Zulieferer“, sagt Jonas Dobner, „Application & Business Development Manager“ beim Maschinenbauer „Pfeiffer Vacuum“ mit Sitz im hessischen Aßlar. Im Interview spricht Dobner über die Bedeutung des luftleeren Raums für unterschiedliche Bereiche der Batterieproduktion.

SVOLT erhöht auf 600 Gigawattstunden

Der Batteriehersteller SVOLT hat angekündigt, seine bis zum Jahr 2025 geplanten 320 auf 600 Gigawattstunden jährlicher Produktionsleistung zu erhöhen. Langfristig will das Unternehmen, das derzeit auch den Aufbau eines Werks im Saarland vorantreibt, zu einer global agierenden Marke werden, die 25 Prozent des Weltmarkts bedient.

Volkswagen plant mit 30 Milliarden Euro

VW rechnet für seine geplanten europäischen Batteriezellfabriken und für die Sicherung essenzieller Rohstoffe mit Gesamtinvestitionen von bis zu 30 Milliarden Euro. Für das kommende Jahrzehnt plant Volkswagen den Bau von sechs großen Gigafabriken, um die Nachfrage für Batteriezellen zu bedienen.

„Die Batterie ist immer noch erstaunlich schlecht verstanden“

Kai-Philipp Kairies ist sich sicher: „Nachhaltige Stromspeicher bilden das wichtigste Puzzleteil der Energiewende.“ Allerdings: „Das Betriebsverhalten von Batterien ist heute immer noch erstaunlich schlecht verstanden“, sagt der CEO der ACCURE Battery Intelligence GmbH mit Sitz in Aachen. Im Interview mit „Battery-News.de“ spricht Kairies über sein Start-up-Unternehmen und die Bedeutung der Batteriedaten-Analyse.

Preise für Lithium-Ionen-Systeme sinken

Laut einer aktuellen Bloomberg-Analyse sind die Kosten für Lithium-Ionen-Batteriesysteme 2021 gegenüber dem Vorjahr gesunken. Im Durchschnitt seien die Preise um sechs Prozent auf 132 US-Dollar pro Kilowattstunde gefallen. Bei Elektrofahrzeugen lagen sie sogar noch unter dem Marktdurchschnitt bei 118 Dollar und auf Zellebene bei 97 Dollar.

Mercedes kooperiert mit Factorial Energy

Mercedes-Benz hat sich an dem US-amerikanischen Feststoffbatterie-Spezialisten „Factorial Energy“ mit einer zweistelligen Millionen-Investition beteiligt. Die beiden Unternehmen streben eine Kooperation im Bereich der Feststoff-Technologie an. Die Zusammenarbeit werde sich indes nicht auf die Zellebene beschränken.

Nissan investiert mehr als 15 Milliarden Euro

Der japanische Automobilkonzern Nissan will bis 2026 umgerechnet rund 15,6 Milliarden Euro in neue Batterietechnologien und die Produktion von Elektrofahrzeugen investieren. Das Unternehmen forciere dabei zwei aussichtsreiche Entwicklungen in der Batterietechnik, um den Wechsel zur Elektromobilität zu beschleunigen.

SK On entwickelt Akku-Diagnose-Software

Der südkoreanische Batteriehersteller SK On hat einen Service zur Akku-Diagnose auf den Markt gebracht. Das Angebot soll es den Haltern und Besitzern von Elektrofahrzeugen ermöglichen, den Batteriestatus selbst zu überprüfen. Die Software analysiere den Batteriezustand, erkenne Probleme und ermittele die Verfassung des Speichersystems.

EAS Batteries liefert Rennsport-Akku

Die EAS Batteries GmbH mit Sitz im thüringischen Nordhausen hat die Batterietechnik für den ersten zweisitzigen Elektrorennwagen geliefert. Der Rennwagen selbst wurde von Johnson Matthey in Zusammenarbeit mit dem Formel-E-Team „Envision Virgin Racing“ konzipiert und von Delta Cosworth gebaut.

Taktik: Tesla verzichtet auf Milliarden-Betrag

Tesla-Chef Elon Musk hat bekanntgegeben, auf 1,135 Milliarden Euro zur staatlichen Förderung der in Grünheide geplanten Gigafactory zu verzichten. Als Grund gilt die Bedingung, die finanziell unterstützte Technik zunächst ausschließlich im entsprechenden Produktionswerk und an keinem weiteren Standort einzusetzen.

Test in Tesla: LFP-Akku lädt langsam bei Kälte

Der Elektroautotester Björn Nyland hat stark temperaturabhängige Ladeleistungen der im Tesla-„Model 3“ verbauten chinesischen Akku-Variante mit LFP-Batterien von CATL nachgewiesen. Der Norweger hatte den Akku herabgekühlt und an eine Schnellladestation angeschlossen. Die Ladegeschwindigkeit sei deutlich geringer als erwartbar ausgefallen.

„Hochdynamisch und kaum vergleichbar“

„Ingenieure können an einem hoch interessanten Themengebiet mitwirken, das in dieser Art einmalig in einer Berufslaufbahn ist“, sagt Klaus Hamacher, Director New Business Development der BST Group, eines Komplettanbieters von Qualitätssicherungssystemen für die „bahnverarbeitende Industrie“ mit Sitz in Bielefeld. Im Interview mit „Battery-News.de“ spricht Hamacher darüber, wie sich die Elektrodenproduktion und die Zellassemblierung perfektionieren lassen.

VW holt Experten von der Konkurrenz

Der deutsche Autobauer Volkswagen hat zwei führende Batterietechnik-Experten der Konkurrenz für sein Team gewonnen. Zur Erweiterung der eigenen Kompetenzen nahm VW Soonho Ahn von Apple und Jörg Hoffmann von BMW unter Vertrag. Beide hatten an ihren bisherigen Wirkungsstätten Führungspositionen inne.

Studie: Lithium-Preis sinkt drastisch

Forschende des renommierten „Massachusetts Institute of Technology“ haben eine Studie zu den Ursachen für den starken Rückgang des Lithium-Preises veröffentlicht. Seit 1990 fielen die Kosten für das wertvolle Batteriematerial um 97 Prozent. Der größte Anteil davon sei auf die Forschung und Entwicklung zurückzuführen.