Battery-News

Autorenname: Cornelius Karow

Siemens erhält Auftrag für Lithiumprojekt Lionheart

Die Siemens AG hat mit dem australisch-deutschen Unternehmen Vulcan Energy eine Rahmenvereinbarung über rund 40 Millionen Euro geschlossen. Gegenstand der Vereinbarung ist die Lieferung von Engineering-, Automatisierungs-, Telekommunikations- und Gebäudetechniksystemen für das Projekt „Lionheart” von Vulcan Energy im Oberrheingraben. Lionheart umfasst den Aufbau einer integrierten Lithium- und Energieproduktion aus geothermischer Sole. Geplant ist eine jährliche Kapazität von 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid-Monohydrat. Zusätzlich sollen erneuerbare Energie und Wärme für lokale Verbraucher bereitgestellt werden. Die Laufzeit des Projekts wird mit rund 30 Jahren angegeben. Rolle von Siemens Siemens wird im Vorhaben die Funktion des Hauptautomatisierungspartners übernehmen. Dazu gehören das Bereitstellen von Steuerungssystemen, industriellen Netzwerken und einer Cybersecurity-Infrastruktur. Auch Gebäudeautomation und sicherheitstechnische Systeme sind Teil des Auftrags. Die Umsetzung betrifft neben der Lithiumextraktionsanlage in Landau auch die Weiterverarbeitung in Frankfurt-Höchst sowie mehrere Förderstandorte. Die Vereinbarung basiert auf einem Rahmenmodell. Einzelne Leistungen sollen über separate Bestellungen konkretisiert werden. Vulcan verpflichtet sich dabei zu einem Mindestauftragswert von 40 Millionen Euro. Zudem beteiligt sich Siemens Financial Services mit 67 Millionen Euro an der Gesamtfinanzierung von 2,2 Milliarden Euro. Die Vereinbarung folgt auf eine bereits im Jahr 2025 geschlossene Absichtserklärung zwischen beiden Unternehmen. Diese sieht Siemens bis Ende 2035 als bevorzugten Lieferanten vor. Quelle:https://api.investi.com.au/api/announcements/vul/66938359-f91.pdf

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Redwood Materials streicht Stellen und richtet Fokus auf Energiespeicher

Der US-amerikanische Batterierecycler Redwood Materials hat rund 135 Stellen gestrichen, was etwa zehn Prozent der Belegschaft entspricht. Laut Unternehmensangaben dient dieser Schritt einer Neuausrichtung auf das wachsende Geschäft mit Energiespeichern. Bereits vor fünf Monaten hatte das Unternehmen fünf Prozent der Stellen abgebaut, kurz nach einer Finanzierungsrunde über 425 Millionen US-Dollar. Die Entscheidung fällt in einer angespannten Phase der Branche. So hat der Recycler Ascend Elements kürzlich Gläubigerschutz beantragt. Zudem haben mehrere Batteriehersteller umstrukturiert oder den Markt verlassen. Als Grund gilt die verlangsamte Entwicklung der Elektromobilität in den USA. Unternehmenschef JB Straubel stellt die Lage intern jedoch als stabil dar. Laut Unternehmensangaben nähert sich das Materialgeschäft der Profitabilität. Die Kürzungen begründet das Management damit, dass Teile der Organisation schneller gewachsen seien als notwendig. Betroffen sind mehrere Abteilungen, darunter Technik und Betrieb. Das Ziel besteht darin, Projekte künftig mit kleineren, stärker fokussierten Teams umzusetzen. Neue Partnerschaften im Energiesegment Redwood Materials setzt zunehmend auf Kooperationen im Energiesektor. So hat das Unternehmen Vereinbarungen mit Crusoe AI sowie mit dem Elektroautohersteller Rivian bekanntgegeben. Dabei geht es um die Bereitstellung recycelter Batterien zur Energieversorgung von Anlagen. Redwood Materials betont, im US-Markt für Batterierecycling weiterhin eine führende Rolle einzunehmen. Zugleich wird der Ausbau eines integrierten Geschäftsmodells aus Materialaufbereitung und Energiespeicherung angestrebt. Quelle:https://techcrunch.com/2026/04/21/redwood-materials-lays-off-10-in-restructuring-to-chase-energy-storage-business/

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CATL erhält Großauftrag für Natrium-Ionen-Batterien

Der chinesische Batteriehersteller CATL hat eine umfangreiche Vereinbarung zur Lieferung von Natrium-Ionen-Batterien unterzeichnet. Partner ist der chinesische Energiespeicheranbieter HyperStrong. Laut Unternehmensmitteilung umfasst der Vertrag ein Volumen von 60 Gigawattstunden über einen Zeitraum von drei Jahren. Es handelt sich demnach um den bislang größten Auftrag für Natrium-Ionen-Batterien überhaupt. Großauftrag als Signal für Marktentwicklung Mit der Vereinbarung positioniert sich CATL im wachsenden Markt für stationäre Energiespeicher. Das Unternehmen erklärt, die technischen Herausforderungen entlang der gesamten Produktionskette überwunden zu haben. Damit seien nun großskalige Lieferungen möglich. Seit 2016 hat CATL eigenen Angaben zufolge rund 10 Milliarden Yuan (knapp 1,5 Milliarden USD) in die Entwicklung der Natrium-Ionen-Technologie investiert. Das Ziel besteht darin, diese Technologie als Alternative zu Lithium-Ionen-Batterien zu etablieren, insbesondere für Anwendungen mit längerer Speicherdauer. Die aktuelle Generation der Zellen nutzt ein Plattformdesign mit identischen Abmessungen wie Lithium-Ionen-Zellen. Dies soll die Anpassungskosten reduzieren. Langfristig erwartet CATL, dass Natrium-Ionen-Batterien einen Marktanteil von 30 bis 40 Prozent erreichen könnten. Quelle:https://cnevpost.com/2026/04/27/catl-secures-worlds-largest-sodium-ion-battery-order/

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Mangrove eröfffnet Lithiumraffinerie in Kanada

Der kanadische Technologiebetrieb Mangrove Lithium hat am Unternehmenssitz in Delta, British Columbia, eine Lithiumraffinerie in Betrieb genommen. Laut Unternehmensangaben ist dies die erste kommerzielle Anlage in Nordamerika, die ein elektrochemisches Raffinationsverfahren nutzt. Die Kapazität der Anlage liegt bei rund 1.000 Tonnen Lithium pro Jahr, was rechnerisch Material für etwa 25.000 Elektrofahrzeuge liefern soll. Neue Raffinerie soll Importabhängigkeit senken Die Raffinerie nutzt eine eigene elektrochemische Technologie, um Lithium aus verschiedenen Rohstoffen in batterietaugliche Produkte umzuwandeln. Mangrove gibt an, dass dieses Verfahren wirtschaftlicher und flexibler sei als etablierte chemische Methoden. Mit der Anlage möchte das Unternehmen auch die Abhängigkeit von Lithiumimporten senken. Derzeit findet der Großteil der weltweiten Lithiumverarbeitung außerhalb Nordamerikas statt. Parallel kündigte Mangrove Lithium ein weiteres Projekt im Osten Kanadas an. Dort soll eine Anlage entstehen, die Spodumen verarbeitet und Lithium weiterveredelt. Laut Unternehmensangaben könnte diese Anlage Material für bis zu 500.000 Elektrofahrzeuge jährlich bereitstellen. Voraussetzung hierfür ist unter anderem eine staatliche Förderung von bis zu 21,88 Millionen kanadischen Dollar durch Natural Resources Canada, die bislang jedoch nur vorläufig zugesagt wurde. Quelle:https://www.mangrovelithium.com/mangrove-lithium-opens-north-americas-first-commercial-electrochemical-lithium-refining-facility/

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Batterie-Aktivmaterialien in Europa

Die Battery-News präsentieren eine Übersicht zu geplanten und bereits umgesetzten Projekten im Bereich der Aktivmaterialien von Lithium-Ionen-Batterien in Europa. Die Karte wurde im Zuge des „Battery Atlas 2026“ veröffentlicht und steht in hoher Auflösung zum kostenfreien Download bereit. Sollte ein Unternehmen fehlen oder es generelle Anmerkungen geben, nimmt die Redaktion der Battery-News entsprechende Hinweise gern entgegen.

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Samsung SDI liefert erstmals Batterien an Mercedes-Benz

Der südkoreanische Batteriehersteller Samsung SDI hat einen mehrjährigen Liefervertrag mit Mercedes-Benz geschlossen. Demnach sollen Batterien für Elektrofahrzeuge der kommenden Generation geliefert werden. Laut Unternehmensangaben ist dies die erste entsprechende Vereinbarung zwischen beiden Unternehmen. Details zu Stückzahlen oder finanziellen Volumina wurden nicht genannt. Fokus auf Hoch-Nickel-Batterien Die Vereinbarung umfasst Hochleistungsbatterien auf Nickel-Cobalt-Mangan-Basis mit hohem Nickelanteil. Mercedes-Benz plant eigenen Angaben zufolge, sie in künftigen kompakten und mittelgroßen Elektro-SUVs sowie Coupé-Modellen einzusetzen.  Über die Liefervereinbarung hinaus wollen beide Unternehmen ihre Kooperation ausweiten. Geplant ist eine gemeinsame Entwicklung neuer Batterietechnologien. Konkrete Projekte oder technische Ansätze wurden nicht benannt. Samsung SDI erachtet den Auftrag als Schritt zur Stärkung seiner Marktposition im globalen Wettbewerb um Elektrofahrzeugbatterien. Quelle:https://www.samsungsdi.com/sdi-now/sdi-news/4842.html?pageIndex=1&pagesize=15&idx=4842

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CATL stellt neues Batterie-Lineup vor

Auf einem Technik-Event in Peking hat der chinesische Batteriehersteller CATL mehrere neue Batteriesysteme und Infrastrukturkonzepte vorgestellt. Das Unternehmen verfolgt eine Strategie, die auf die parallele Nutzung verschiedener Batteriechemien setzt, anstatt sich auf eine einzelne Technologie zu konzentrieren. Laut Unternehmensangaben ist dies notwendig, um die unterschiedlichen Anforderungen von Elektrofahrzeugen und Energiesystemen abzudecken. Mehrere Batteriechemien im Fokus CATL sieht Lithium-Eisenphosphat bei der Energiedichte als weitgehend ausgereizt. Diese Chemie wird daher stärker auf schnelles Laden ausgelegt. Nickel-Mangan-Kobalt-Systeme seien wegen ihrer hohen Energiedichte weiterhin relevant. Ergänzend positioniert das Unternehmen Natrium-Ionen-Batterien für Anwendungen bei niedrigen Temperaturen und für die stationäre Speicherung. Die neueste, dritte Generation der Shenxing-Batterie basiert auf LFP-Chemie und legt den Fokus auf Schnellladen. Laut CATL erreicht sie Ladeleistungen von bis zu 15C, mit 10C als Dauerwert. Ein Ladehub von 10 auf 80 Prozent soll in 3 Minuten und 44 Sekunden erfolgen. Nach 1.000 Vollzyklen liegt die Restkapazität über 90 Prozent, so das Unternehmen.  Die dritte Generation der Qilin-Batterie nutzt Nickel-Mangan-Kobalt-Chemie. Die Energiedichte wird mit 280 Wh/kg angegeben. Die maximale Leistung beträgt 3 MW, bei einem Gewicht des Batteriepacks von 625 kg. Im Vergleich zu equivalenten LFP-Systemen nennt CATL eine Gewichtsreduktion von 255 kg und ein um 112 Liter geringeres Volumen. Die neue Qilin Condensed Battery basiert ebenfalls auf NMC-Chemie mit nickelreicher Kathode und Silizium-Kohlenstoff-Anode. Sie erreicht 350 Wh/kg bzw. 760 Wh/l. Das Gehäuse besteht aus einer Titanlegierung und ist laut CATL dünner und leichter. Die Technologie soll Reichweiten von bis zu 1.500 km ermöglichen. Die zweite Generation der Freevoy-Hybridbatterie für Plug-in-Hybridmodelle kombiniert LFP- und NCM-Chemie in einer Mischstruktur. Dadurch sollen Reichweiten von bis zu 600 Kilometern im rein elektrischen Betrieb möglich sein. Natrium-Ionen bald im großen Maßstab Mit der Naxtra-Batterie treibt CATL die Entwicklung der Natrium-Ionen-Technologie voran. Diese Chemie verzichtet auf Lithium und soll Vorteile bei niedrigen Temperaturen bieten. Das Unternehmen gibt an, mehrere Produktionsprobleme gelöst zu haben, darunter Probleme mit der Feuchtigkeitskontrolle, Gasbildung und Materialhaftung. Eine Serienproduktion im GWh-Maßstab ist für Ende 2026 vorgesehen. Quelle:https://www.prnewswire.com/news-releases/catl-unveils-six-major-innovations-multi-chemistry-systems-to-redefine-new-energy-mobility-experience-302749135.html

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MEET Battery Research Center will mit modularer Fertigung Batterieentwicklung beschleunigen

Am MEET Battery Research Center der Universität Münster ist das Forschungsprojekt „REFlexBatt 2.0” gestartet. Ziel ist der Aufbau einer modularen Pilotlinie für die automatisierte Produktion von Batteriezellen. Das auf drei Jahre angelegte Vorhaben wird mit rund fünf Millionen Euro durch die EU und das Land Nordrhein-Westfalen gefördert. Als Industriepartner ist die deutsche Safion GmbH beteiligt. Die geplante Anlage soll unterschiedliche Zellchemien und Designs bereits in frühen Entwicklungsphasen produzieren können. Hintergrund ist die zunehmende Diversifizierung bei Batteriematerialien, etwa durch Systeme auf Basis von Natrium oder Kalium. Diese stellen veränderte Anforderungen an Produktionsprozesse. Fokus auf flexible Prozesse und Rückverfolgbarkeit Kern des Projekts ist eine Pilotlinie mit austauschbaren Kontaktkomponenten. Dadurch lassen sich Prozessschritte beim Wechsel der Technologie schnell anpassen. Das modulare Konzept soll zudem Kreuzkontaminationen vermeiden. Das Forschungszentrum erwartet dadurch kürzere Innovationszyklen und eine schnellere Überführung neuer Zelltechnologien in die Anwendung. Die einzelnen Prozessschritte könnten so schneller in industrielle Maßstäbe überführt werden. Parallel dazu wird ein Track-and-Trace-System aufgebaut. Jede Elektrode erhält eine eindeutige Kennzeichnung, die sie während des gesamten Produktionsprozesses begleitet. Dies umfasst die Fertigung, die Zellassemblierung und die Leistungstests. In Kombination mit Prozessdaten und Analytik soll so der Einfluss einzelner Parameter präziser bestimmt werden. Quelle:https://www.uni-muenster.de/MEET/en/presse/news/Start_Project_Reflexbatt.shtml

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BASF kooperiert mit TSR beim Batterierecycling in Europa

Die BASF hat mit dem deutschen Recyclingunternehmen TSR Group eine Kooperation zum Recycling von Elektroautobatterien in Europa vereinbart. Ziel ist es, die Prozesse entlang der Wertschöpfungskette enger zu verzahnen. Im Mittelpunkt stehen zunächst das Zerlegen und Entladen von Altbatterien sowie deren Weiterverarbeitung zu sogenannter Schwarzmasse. Konkrete Zeitpläne oder vereinbarte Volumen wurden nicht veröffentlicht. Erweiterung der Prozesskette im Batterierecycling Die Zusammenarbeit ergänzt die bestehenden Strukturen beider Unternehmen. Die TSR Group bringt ihre bestehenden Aufbereitungsprozesse für Metallfraktionen und Elektronikkomponenten ein. Über das Joint Venture BLC mit Rhenus Automotive übernimmt das Unternehmen Aufgaben wie die Demontage und Entladung der Batteriepacks. TSR verfügt eigenen Angaben zufolge über ein Netzwerk von mehr als 190 Standorten in Europa und Erfahrung im Umgang mit komplexen Materialströmen. Die Herstellung von Schwarzmasse findet anschließend in einer Anlage statt, die am Standort Schwarzheide von BASF betrieben wird. Die Kooperation umfasst laut Unternehmensangaben auch die Prüfung weiterer gemeinsamer Aktivitäten. Dazu zählen die Verarbeitung von Metallfraktionen aus der Schwarzmassenproduktion sowie eine engere Abstimmung in der Logistik für Altbatterien. Quelle:https://www.basf.com/global/de/media/news-releases/2026/04/p-26-056

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OPC UA in der Batteriefertigung: Der Weg zu gemeinsamen Datenmodellen

Die europäische Batterieproduktion wächst – und mit ihr die Komplexität der Fertigung. Unterschiedliche Maschinen, proprietäre Schnittstellen und isolierte Datensilos erschweren vielerorts noch immer den durchgängigen Blick auf Prozesse. Vor diesem Hintergrund treiben Industrieverbände und Technologieorganisationen die Entwicklung gemeinsamer Informationsmodelle voran. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Kommunikationsstandard OPC UA. Gemeinsam arbeiten der Verband der Automobilindustrie (VDA), der VDMA und die OPC Foundation daran, standardisierte Datenmodelle für die Batteriefertigung zu etablieren. Gemeinsame Sprache für Maschinen Ziel der Initiative ist es, Maschinen und Anlagen unterschiedlicher Hersteller über standardisierte Informationsmodelle miteinander kompatibel zu machen. Grundlage sind sogenannte OPC UA Companion Specifications – branchenspezifische Erweiterungen des etablierten Standards. Diese sollen eine gemeinsame semantische Basis schaffen: Daten aus verschiedenen Prozessschritten werden einheitlich beschrieben und lassen sich damit einfacher austauschen und auswerten. Gerade in der Batteriefertigung ist das relevant. Die Prozesskette reicht von der Materialaufbereitung bis zur Formierung – mit hohen Anforderungen an Präzision, Qualitätssicherung und Rückverfolgbarkeit. Start bei der Zellfertigung Die aktuelle Arbeit konzentriert sich zunächst auf die Zellfertigung. Hier entstehen derzeit Spezifikationen für zentrale Prozessschritte wie Beschichten, Kalandrieren, Wickeln oder Elektrolytbefüllen. Unterstützt wird das Vorhaben auch politisch: Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert entsprechende Arbeiten im Projekt ENLARGE (Förderkennzeichen 03XP0539). Technisch bauen die neuen Modelle auf bestehenden Standards auf, insbesondere auf „OPC UA for Machinery“. Ziel ist es, keine Insellösung zu schaffen, sondern sich in bestehende industrielle Architekturen einzufügen. Was der Standard leisten soll Aus Sicht der Initiatoren liegen die Vorteile auf der Hand: Auch für digitale Anwendungen – etwa Predictive Maintenance oder durchgängige Qualitätsanalysen – sind standardisierte Datenstrukturen eine wichtige Voraussetzung. Wo die Herausforderungen liegen Trotz der Fortschritte ist der Weg zur breiten Anwendung noch weit. In der Praxis treffen neue Standards auf bestehende Anlagenlandschaften, die oft über Jahre gewachsen sind. Die Einführung einheitlicher Informationsmodelle bedeutet daher nicht nur technische Anpassungen, sondern auch Investitionen und organisatorische Veränderungen. Zudem bleibt die Frage, wie konsequent unterschiedliche Marktteilnehmer die Standards tatsächlich implementieren werden. Ein weiterer Punkt: Die Companion Specifications definieren bewusst nur einen gemeinsamen Kern: Um eine breite Akzeptanz zu schaffen, sind viele Elemente optional und ermöglichen Flexibilität. Das kann jedoch auch dazu führen, dass die tatsächliche Interoperabilität in der Praxis hinter den Erwartungen zurückbleibt. Ausblick Die Initiative zeigt, wie groß der Bedarf an gemeinsamen Datenmodellen in der Batterieproduktion ist. Gleichzeitig wird deutlich: Standardisierung ist kein Selbstläufer. Die aktuellen Spezifikationen stehen kurz vor dem Release-Candidate-Status. Industrievertreter haben damit die Möglichkeit, Feedback einzubringen, bevor die Modelle finalisiert werden. Damit beginnt jedoch erst die entscheidende Phase: die Umsetzung in der Praxis. Denn erst im realen Einsatz wird sich zeigen, ob aus einem gemeinsamen Datenmodell tatsächlich eine gemeinsame Sprache der Batterieproduktion wird. Basierend auf Informationen der Joint Working Group von VDA, VDMA und OPC Foundation. Quellen & Daten:https://www.vdma.eu/de/viewer/-/v2article/render/140299457https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2213846325001865https://www.mikrodev.com/opc-ua-and-mqtt-in-industrial-communication-integration-in-brownfield-factories/https://www.industry40.tv/blog-post/opc-ua-base-information-model-and-companion-specifications-explained

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