Das Lithiumunternehmen EnergyX hat nach eigenen Angaben einen verbindlichen Abnahmevertrag mit dem Rohstoffhändler Trafigura geschlossen. Über zehn Jahre soll EnergyX insgesamt 100.000 Tonnen Lithiumprodukte aus geplanten Anlagen in Chile und Texas liefern. Der Vertragswert von rund zwei Milliarden US-Dollar basiert auf aktuellen Lithiumpreisen von etwa 20.000 Dollar je Tonne.
Die Produktion muss allerdings erst aufgebaut werden. Für beide Anlagen benötigt EnergyX zusätzliche Mittel. Der Vertrag soll den Antrag auf einen Kredit über 690 Millionen Dollar bei der US-Export-Import-Bank voranbringen.
Lithium aus Chile und Texas
Trafigura soll jährlich jeweils 5.000 Tonnen Lithiumcarbonat und Lithiumhydroxid abnehmen. Der Vertrag sieht eine Zahlungsverpflichtung auch bei Nichtabnahme vor.
In Chile plant EnergyX ab 2028 eine jährliche Produktion von 7.500 Tonnen Lithiumcarbonat. Trafigura würde davon rund zwei Drittel übernehmen. In Texas sollen ab 2029 zunächst 15.000 Tonnen Lithiumhydroxid jährlich entstehen. Dort entspricht die vereinbarte Abnahme einem Drittel der geplanten Menge.
Trafigura will die Produkte zunächst an chinesische Kunden verkaufen. Langfristig strebt der Händler eine größere Rolle im US-Markt an, sobald sich dort die Lieferkette für Batterien entwickelt hat.
EnergyX setzt auf direkte Lithiumextraktion, kurz DLE. Dabei kommen verschiedene Filterverfahren zum Einsatz. Das Unternehmen kombiniert bekannte Technologien mit verfügbarer Ausrüstung und testet seine Prozesse im Labor in Austin.

