Samsung SDI übernimmt GM-Anteil am Batterie-Joint-Venture in Indiana

Samsung SDI übernimmt den 49,99-Prozent-Anteil von General Motors an dem gemeinsamen Batterie-Joint-Venture „SynergyCells“ und wird damit Alleineigentümer des im Bau befindlichen Zellwerks in New Carlisle im US-Bundesstaat Indiana. Das teilte der südkoreanische Batteriehersteller am Dienstag mit und bestätigte damit einen zuvor erschienenen Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg. Als Grund für die Neuordnung nennt Samsung SDI die veränderten Marktbedingungen seit Gründung des Joint Ventures, insbesondere das langsamer als erwartet wachsende Geschäft mit Elektrofahrzeugen in den USA.

Partnerschaft seit 2024

GM und Samsung SDI hatten ihre Partnerschaft im April 2023 angekündigt und das Joint Venture mit einem Investitionsvolumen von 3,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 finalisiert. Auf dem rund 275 Hektar großen Gelände sollten ab 2027 prismatische Zellen mit nickelreicher NCA-Chemie unter Samsungs Marke PRiMX gefertigt werden. Geplant waren zunächst 27 GWh Jahreskapazität mit Ausbaupotenzial auf 36 GWh sowie mehr als 1.600 Arbeitsplätze.

Probleme in der E-Auto-Nachfrage

Zuletzt war das Projekt jedoch ins Stocken geraten: Angesichts der schwächelnden E-Auto-Nachfrage hatten beide Partner den Bau Anfang des Jahres pausiert. Die Gebäudehülle ist fertiggestellt, Produktionsanlagen wurden bislang nicht installiert. Nach Angaben von Bloomberg hat GM bisher rund 300 Millionen US-Dollar in die Entwicklung des Standorts investiert.

Samsung SDI will das Werk alleine fertigstellen

Samsung SDI will das Werk nun in Eigenregie fertigstellen und zunächst Batterien für stationäre Energiespeichersysteme (ESS) produzieren, um vom schnell wachsenden US-Speichermarkt zu profitieren. Es ist der erste vollständig eigene Produktionsstandort des Unternehmens in Nordamerika. Die strategische Partnerschaft mit GM soll unterdessen fortgesetzt werden, unter anderem bei der Entwicklung prismatischer Zellen der nächsten Generation.

GM zieht sich aus der Batteriezelle zurück

Für GM ist der Verkauf der jüngste Schritt eines schrittweisen Rückzugs aus eigenen Zellfertigungskapazitäten: Bereits 2025 hatte der Autobauer seinen Anteil am nahezu fertiggestellten Ultium-Zellwerk in Lansing (Michigan) an LG Energy Solution abgegeben. Zwei Ultium-Cells-Werke betreibt GM weiterhin gemeinsam mit LG Energy Solution; dort ist zuletzt auch die Produktion von LFP-Zellen angelaufen.

Quellen
Reuters

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