Das US-Unternehmen Lyten will offenbar 60 Millionen Euro für das Gelände des insolventen Batterieherstellers Northvolt bei Heide im Kreis Dithmarschen zahlen. Das berichten der Spiegel und die Nachrichtenagentur dpa. Eine offizielle Bestätigung liegt bislang nicht vor.
Nach den Berichten soll es eine Einigung mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau, der Bundesregierung und der Landesregierung Schleswig-Holstein geben. Das Wirtschaftsministerium in Kiel äußert sich derzeit zurückhaltend. Ein Sprecher teilte mit, die Landesregierung sei weiter in Gesprächen mit Lyten. In der kommenden Woche sollen sich das Kabinett und zwei Landtagsausschüsse mit dem Vorgang befassen. Bis dahin will die Landesregierung keine weiteren Angaben machen.
Der mögliche Kaufpreis ist politisch relevant, weil Bund und Land nach der Insolvenz der Northvolt-Muttergesellschaft für eine Wandelanleihe haften mussten. Diese hatte ein Volumen von 600 Millionen Euro und war je zur Hälfte durch den Bund und Schleswig-Holstein abgesichert.
Standortpläne bleiben kleiner als bei Northvolt
Northvolt hatte ursprünglich angekündigt, bei Heide eine Batteriefabrik zu errichten. Dabei war von rund 3.000 Arbeitsplätzen die Rede. Nach der Insolvenz der Muttergesellschaft entstand für Schleswig-Holstein ein geschätzter Schaden von etwa 200 Millionen Euro.
Lyten meldete im Sommer 2025 Interesse an dem Standort an. Nach bisherigen Angaben plant das Unternehmen dort eine Batteriezellenfabrik, einen Batteriespeicher und ein Datencenter. Die erwartete Zahl der Arbeitsplätze liegt bei 1.000 und damit deutlich unter den früheren Northvolt-Plänen.
Im Zuge der geplanten Übernahme konnten Bund und Land bereits 153 Millionen Euro sichern. Ein Verkauf des Grundstücks könnte zusätzlich einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag für Bund und Land bringen.

