Die Stiftung GRS Batterien warnt in einer aktuellen Marktstudie vor einer wirtschaftlichen Schieflage im Batterierecycling. Trotz eines massiven Nachfragebooms in der EU auf bis zu 1,3 TWh im Jahr 2035 droht dem bisherigen Recyclingmodell die Grundlage wegzubrechen.
Der Grund: Der Trend geht weg von teuren NMC-Zellen (Nickel-Mangan-Kobalt) hin zu günstigeren Alternativen wie LFP und künftig Natrium-Ionen-Batterien. Während dies die E-Mobilität vergünstigt, sinkt gleichzeitig der Wert der rückgewinnbaren Materialien.
„Wenn der Markt auf günstigere Zellchemien dreht, bricht dem Recycling das alte Erlösmodell Stück für Stück weg“, erklärt Georgios Chryssos, Vorstand der Stiftung GRS Batterien. „Es reicht nicht mehr, auf Metallwerte zu hoffen.“
Die Studie betont, dass die Kreislaufwirtschaft künftig weniger durch Rohstofferlöse und stärker durch effiziente Sammelstrukturen und regulatorische Rahmenbedingungen getragen werden muss. Die Stiftung plädiert dafür, Batteriepolitik, Industriepolitik und Kreislaufwirtschaft künftig enger zu verzahnen. Die Branche müsse bereits heute an tragfähigen Lösungsansätzen arbeiten — bevor die Mengen im Markt sind.
Die Studie steht auf der Website der Stiftung GRS Batterien zum Download bereit.

