
Autor: Sebastian Biegler
Veröffentlicht am: 04.12.2019
Im Jahr 2017 sorgte die „Schwedenstudie“ des Umweltforschungsinstituts IVL für große Aufregung und bestärkte Kritiker von Elektroautos an ihrer Meinung festzuhalten. Analysen hatten ergeben, dass für die Batterieherstellung ca. 150 – 200 kg CO2 pro kWh Batteriekapazität entstehen. Ohne zum Beispiel die CO2 Entstehung bei der Produktion von Kraftstoff (Benzin, Diesel) zu berücksichtigen, wurde aus diesen Daten geschlussfolgert, dass Elektrofahrzeuge erst nach über 125.000 km umweltfreundlicher sind, als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.
Nun wurden neue Zahlen des schwedischen Instituts veröffentlicht und zeigen eine positive Tendenz. Die CO2 Emissionen pro Kilowattstunde Batteriekapazität ist demnach auf 61 bis 146 kg gesunken. Werden nur die transparenten Quellen einbezogen sinkt die Spannbreite sogar auf 61 kg bis 106 kg. Grund für die Schwankung der Emissionen stellt weiterhin der regionale Strommix und die produzierte Zellart dar. Die Verringerung der CO2 Emission ist vor allem auf die voll hochgefahrene Produktion und die hierausresultierende Effizienzverbesserung pro Einheit zurückzuführen. Um eine weitere Verbesserung zu erzielen, muss nach Aussage der Autoren, vor allem der Strommix in China und in den anderen großen Produktionsstandorten nachhaltiger werden.
Neben den entstehenden Klimaemissionen bei der Batteriezellenproduktion wird im Bericht zusätzlich auf die Versorgungsrisiken der verwendeten Metalle und auf das Recycling eingegangen. Durch die Tendenz zu höheren Energiedichten und dem damit verbundenen erhöhtem Nickelbedarf, kann es in Zukunft zu Engpässen kommen. Desto unerlässlicher ist die Weiterentwicklung der Recyclingverfahren. In Europa liegt die gesetzliche Recycling – Quote bei 50 Gewichtsprozent. Hierbei werden vor allem Kobalt, Nickel und Kupfer recycelt. Lithium im Gegenzug wird Aufgrund der hohen Recyclingkosten nur im kleinen Umfang wiederverwertet.
Die Autoren betonen, dass sie sich auf die neusten Daten konzentriert haben, jedoch weiterhin Unsicherheiten bestehen, vor allem im Bezug auf die Rohstoffproduktion. Die Auswirkung auf die Treibhausgase hängt des Weiteren von der Dauerhaltbarkeit der Zellen ab. Erste Ergebnisse nach 500.000 km in Tesla Fahrzeugen geben diesbezüglich jedoch große Hoffnung, da die Restkapazität immer noch bei 86% liegt.