Im Rahmen des Konsortiums SIB:DE beteiligt sich das Aachener Unternehmen cylib an der Entwicklung eines industriellen Recyclingverfahrens für Natrium-Ionen-Batterien. Insgesamt 25 Partner aus Industrie und Forschung, darunter VARTA, EDAG und mehrere Institute der Fraunhofer-Gesellschaft, arbeiten an dem Projekt. Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert und ist bis Anfang 2029 angelegt.
Ziel ist es, großformatige Natrium-Ionen-Zellen zu entwickeln und parallel dazu deren Recyclingfähigkeit zu untersuchen. Damit soll eine industrielle Grundlage geschaffen werden, bevor relevante Mengen an Altbatterien verfügbar sind. Die Koordination liegt bei EDAG Production Solutions. Cylib übernimmt gemeinsam mit der Technischen Universität Braunschweig die Leitung der Recyclingaktivitäten.
Zwei Recyclingpfade im Fokus
Dabei stehen zwei Recyclingpfade im Fokus. Einer basiert auf etablierten mechanischen und hydrometallurgischen Verfahren. Beim zweiten Ansatz, dem sogenannten Direktrecycling, sollen Aktivmaterialien ohne vollständige chemische Aufbereitung wiederverwendet werden. Laut Projektbeschreibung könnte dieser Ansatz vor allem bei Produktionsabfällen die Kosten reduzieren und die Materialeigenschaften erhalten. Eine Pilotdemonstration ist für das Jahr 2029 vorgesehen.
Cylib verfolgt eigenen Angaben zufolge die Strategie, Recyclingkapazitäten frühzeitig aufzubauen. Das Unternehmen plant eine industrielle Anlage im CHEMPARK Dormagen mit einer jährlichen Verarbeitungskapazität von bis zu 60.000 Tonnen. Einen ähnlichen Ansatz hat das Unternehmen bereits bei Lithium-Ionen-Batterien umgesetzt und dafür mehr als 140 Millionen Euro eingeworben.

