Der Münchner Batterierecycler tozero hat eine industrielle Demonstrationsanlage zur Rückgewinnung kritischer Rohstoffe aus Altbatterien in Betrieb genommen. Die Anlage befindet sich im Chemical Park Gendorf und wurde laut Unternehmensangaben innerhalb von sechs Monaten errichtet. Sie soll jährlich rund 1.500 Tonnen Batteriematerial verarbeiten und dabei mehr als 100 Tonnen Lithiumcarbonat sowie Graphit und Nickel-Kobalt-Gemische zurückgewinnen.
Das Unternehmen gibt an, ein hydrometallurgisches Verfahren ohne Säuren einzusetzen, das die Rückgewinnung in einem einzigen Prozessschritt ermöglicht. Die resultierenden Materialien sollen eine Reinheit erreichen, die eine direkte Wiederverwendung in der Produktion erlaubt. Zudem behauptet tozero, dass die Kosten unter denen klassischer Bergbauverfahren liegen.
Recyceltes Lithium und Graphit wurden eigenen Angaben zufolge bereits mit Herstellern von Batteriekomponenten qualifiziert. Die Anlage dient gleichzeitig als Grundlage für eine größere Produktionsstätte, deren Bau bis 2030 geplant ist. Diese soll jährlich 45.000 Tonnen Batteriematerial verarbeiten und deutlich höhere Mengen an Lithium und Graphit liefern.
Bedeutung für Rohstoffversorgung in Europa
Die Initiative steht im Kontext politischer Zielsetzungen wie dem EU Critical Raw Materials Act, der einen steigenden Anteil recycelter Rohstoffe vorsieht. Europa ist derzeit stark von Importen abhängig, insbesondere bei Lithium und Graphit. Gleichzeitig wächst durch die Elektromobilität das Aufkommen an Altbatterien. Das Unternehmen betrachtet Recycling daher als zentralen Baustein, um diese Abhängigkeit zu verringern.
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