Portugal unterstützt den Aufbau einer heimischen Lithium-Verarbeitung mit einem staatlichen Zuschuss von 180 Millionen Euro. Empfänger ist das Unternehmen „Lifthium Energy“, das im Norden des Landes eine Raffinerie für batterietaugliches Lithium errichten will. Die Förderung erfolgt im Rahmen des befristeten EU-Krisen- und Übergangsrahmens, der staatliche Beihilfen zur Beschleunigung der industriellen und ökologischen Transformation ermöglicht.
50.000 Tonnen Lithiumhydroxid pro Jahr
Geplant sei eine jährliche Kapazität von 50.000 Tonnen Lithiumhydroxid, die dem Unternehmen zufolge Batterien für rund zwei Millionen Elektrofahrzeuge ermöglicht. Die Raffinerie soll in Estarreja rund 50 Kilometer südlich von Porto entstehen. Lifthium gehört mehrheitlich dem portugiesischen Mischkonzern José de Mello. Der über den restlichen Anteil verfügende Chemieproduzent Bondalti betreibt bereits Industrieanlagen am Standort der künftigen Raffinerie. Den Produktionsstart sieht Lifthium für 2030 vor. Derzeit prüft das Unternehmen den Bau einer weiteren Raffinerie in Spanien.
Partnersuche zur Finanzierungsdeckung
Lifthium verweist darauf, dass sich die Marktbedingungen und das industrielle Umfeld in Europa zuletzt eingetrübt hätten. Die staatliche Förderung sei wichtig, reiche aber nicht aus. Vor einer endgültigen Investitionsentscheidung müssten Partner gefunden sowie Absatz- und Finanzierungsfragen geklärt werden. Portugal verfügt über rund 60.000 Tonnen Lithium-Reserven und ist der größte Produzent Europas. Durch die Priorisierung der Produktion von batterietauglichem Lithium erhofft sich die Regierung eine Verringerung der Abhängigkeit von Importen aus Ländern wie China.

