Am Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM wird ein elektrochemisches Verfahren entwickelt, das die Rückgewinnung kritischer Rohstoffe aus Batterien ermöglichen soll. Im Zentrum stehen Lithium, Kobalt und Nickel, deren Nachfrage im Zuge der zunehmenden Nutzung von Lithium-Ionen-Akkus deutlich gestiegen ist. Das Projekt mit dem Namen „MeGaBat” zielt darauf ab, Materialien aus Recyclingprozessen mit hoher Reinheit zurückzugewinnen und so den Materialkreislauf zu schließen.
Verfahren kann an verschiedene Metalle angepasst werden
Das Verfahren basiert auf der Behandlung von Prozesswasser aus dem Batterierecycling. Dieses wird in einen elektrochemischen Reaktor geleitet, in dem speziell gefertigte Elektroden Ionen gezielt aus dem Abwasser binden. Die Elektroden werden im Siebdruckverfahren hergestellt und können an verschiedene Metalle angepasst werden. So können neben Lithium auch Kobalt, Nickel oder Kupfer isoliert werden. Am Ende des Prozesses liegen die separierten Stoffe in Pulverform vor.
Im Vergleich zu hydrometallurgischen Verfahren kommt diese Methode ohne zusätzliche Chemikalien aus und benötigt weniger Energie. Zudem wird eine Effizienzsteigerung von 30 bis 40 Prozent in Aussicht gestellt. Die Technologie wurde bereits im Labormaßstab getestet, derzeit entsteht eine Pilotanlage zur Erprobung im größeren Maßstab. Das Projekt läuft bis Ende 2028 und wird durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert.

