Erst Anfang Februar präsentierten wir Ihnen die aktualisierte Übersicht über die Batteriezellfertigungsprojekte in Europa und spekulierten, dass auch in diesem Jahr wohl noch zahlreiche Batterieprojekte angekündigt würden. Heute, keine zwei Wochen später, bestätigt sich unsere Vermutung. Denn mit dem neu gegründeten Unternehmen Italvolt platziert sich ein weiterer Name auf der europäischen Batterielandkarte.

Der US-Automobilzulieferer BorgWarner plant die Übernahme des deutschen Batteriesystemherstellers Akasol. BorWarner habe sich hierfür schon die Mehrheit der Anteile an Akasol gesichert. Akasol, welches bereits in Hazel Park im US-Bundesstaat Michigan einen US-Standort betreibt, konnte im Jahr 2019 den Umsatz verdoppeln und hat auch das Jahr 2020, trotz Corona bedingtem kurzzeitigen Umsatzrückgang, gut überstanden.

Die US-amerikanische International Trade Commission (ITC) hat sich in einem Rechtsstreit zwischen LG Chem und SK Innovation auf die Seite von LG Chem gestellt und SK Innovation die Veruntreuung von Geschäftsgeheimnissen im Zusammenhang mit EV-Fahrzeugbatterietechnik zu lasten gelegt. SK Innovation trifft nun ein 10-jähriges Importverbot einiger LIB-Typen in die USA.

Wie die Fraunhofer-Gesellschaft gestern in einer offiziellen Pressemitteilung berichtete, entwickelt sich das Projekt der Forschungsfertigung Batteriezelle in Münster sehr gut. Das Projekt ist eines der wichtigsten Batterieforschungsvorhaben in Deutschland zur Befähigung einer industriellen Batteriezellproduktion.

Das französische Batterie Start-Up Verkor hat die Hilfe von Capgemini SE, einem französischen multinationalen Unternehmen, das Beratungs-, Technologie-, Fach- und Outsourcing-Dienstleistungen anbietet, für seinen Plan gewonnen, eine 16-GWh-Fertigungsanlage für Batteriezellen in Rodez, etwa 150 km nordöstlich von Toulouse, im Departement Aveyron in Okzitanien zu bauen.

In Sorge über die wachsende Dominanz chinesischer Unternehmen auf dem Weltmarkt der batterieelektrischen Mobilität und um die eigene Zukunft des Mobilitätssektors zu schützen, hat die US-amerikanische Regierung Gespräche mit Canada Nickel geführt. Nickel ist aktuell einer der Schlüsselrohstoffe um leistungsfähige Batteriezellen zu produzieren.

Mitte Dezember des vergangenen Jahrs hatte CATL bereits angekündigt 5 Milliarden Dollar in ein Batteriewerk in Indonesien investieren zu wollen. Nun hat wohl auch Tesla Interesse an einem Investment im Land. Die mögliche Investition von Tesla steht vermutlich, ebenso wie die von CATL, in Verbindung mit der Ressourcenpolitik des Landes.

Nach den aktuell veröffentlichten Zahlen von SK Innovation konnten die Koreaner ihren Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr, auf ca. 1,2 Milliarden Euro, mehr als verdoppeln. Da SK Innovation zahlreiche Investition in das eigene Batteriegeschäft gestemmt hat, bleibt unter dem Strich jedoch ein Jahresverlust von ca. 320 Millionen Euro bestehen.

Nach der Verkündung des BMWi in der letzten Woche ist klar, dass 42 Unternehmen in Europa von Fördergeldern für Batterieprojekte profitieren sollen. 2,9 Milliarden Euro sollen die Fördergelder umfassen und damit die europäische Batterietechnik deutliche voranbringen. Nun scheint klar, dass alleine Tesla über 1 Milliarde Euro der Fördermittel erhalten soll, den Löwenanteil.

Der koreanische Batteriezellproduzent SK Innovation hat den Bau der dritten Batteriezellfertigung in Ungarn beschlossen. Im Gegensatz zu den ersten zwei Zellproduktionen, die am Standort Komárom beheimatet sind und von denen die zweite aktuell auch noch gebaut wird, entsteht die dritte Zellfertigung in Iváncsa nahe Budapest. Eine Kapazität von 30 GWh ist geplant.

Sila Nanotechnologies, ein kalifornischer Batteriematerialhersteller, hat $590 Millionen eingesammelt um damit den Bau einer 100-GWh-Anodenmaterial Fertigungsfabrik in Nordamerika voranzutreiben. Die Produktion soll bis zum Jahr 2024 aufgebaut sein. Ab dem Jahr 2025 soll dann Anodenmaterial, mit hohem Siliziumanteil, an die Automobilindustrie geliefert werden, Daimler und BMW könnten erste Abnehmer sein.

Zusammen mit seiner Tochtergesellschaft Shenzhen Dynanonic plant CATL den Bau eines neuen Lithium-Eisenphosphat (LFP) Kathodenmaterial-Werks in Sichuan, China. Das Investment von $280 Millionen unterstreicht dabei die Bedeutung die CATL der LFP-Batteriezelle zuschreibt. Das gesamte Bauvorhaben soll in drei Jahren fertiggestellt sein.

Der zur Mitte des letzten Jahres der größter Batteriehersteller der Welt gewordene koreanische Chemie-Konzern LG Chem, der aktuell die Batteriemarke LG Energy Solutions abgespalten hat, war im Q4 2020 zwar profitabel, erfüllt jedoch nicht die Analysten Erwartungen.

Nachdem zum Ende des letzten Jahres SVOLT bekannt gegeben hatte eine Batteriezellfertigung im Saarland in Überherrn aufbauen zu wollen, plant nun wohl ein weiterer chinesischer Batteriehersteller die Expansion nach Europa. CALB (China Aviation Lithium Battery Technology) will in Europa eine Batteriefabrik aufbauen, wie electrive.net berichtet.

Nach aktuellen Informationen der Berliner Zeitung darf Tesla wohl mit den Vorbereitungen für die geplante Batteriezellfertigung in Grünheide nahe Berlin starten. Tesla sei dabei, auf einen Antrag hin, ein vorläufiger Maßnahmenbeginn für vorbereitende Arbeiten gestattet worden, wie eine Sprecherin des BMWi mitgeteilt habe. Das finanzielle Risiko für die vorgezogenen Arbeiten würde jedoch bei Tesla liegen.