Sichtet man die Medienlandschaft in den Tagen nach Teslas Battery-Day 2020, so wird das einhellige Bild ersichtlich, dass sich doch viele mehr vom Battery-Day erhofft hatten. Tesla liefert zwar konsequente und zielführende Weiterentwicklungen der aktuellen Batterietechnik. Der große Wow-Moment bleibt jedoch aus.

Im Rahmen von Teslas Battery-Day 2020 überzeugt Elon Musk in der Vorstellung mit einem ausführlichen Entwicklungsplan zur Tesla eigenen Batteriezelltechnik. Durch technologische Optimierungen auf allen Ebenen der Batteriezellproduktion, bis hin zur Integration der Batteriezellen ins Fahrzeug, stellt Musk verschiedene Lösungen zur Optimierung der Batterietechnik vor. In drei Jahren sollen alle Entwicklungsziele erreicht sein.

Ein internationales Konsortium bestehend aus dem Automobilhersteller Audi und zahlreichen Zulieferern entlang der Wertschöpfungskette bei der Produktion eines Batteriegehäuses, wie Asahi Kasei, Covestro, EconCore, IPTE, Johns Manville und weitere, plant die Entwicklung eines durch einen Multimaterialansatz gewichtsoptimierten Batteriegehäuse. Aktuelle Gehäusestrukturen, hauptsächlich aus Aluminium und Stahl produziert sollen abgelöst werden.

Der amerikanische Automobilkonzern GM hat ein nahezu kabelloses BMS-System, für den Einsatz in künftigen Elektrofahrzeugen, vorgestellt. Das kabellose Batteriesystem wurde vom Unternehmen Analog Devices, Inc. entwickelt. Dadurch, dass GM so kaum Kabelverbindungen im Batteriepack zwischen den BMS-Systemen auslegen muss, sieht der Autobauer Zeitersparnisse und viele weitere Vorteile bei der Entwicklung künftiger Elektrofahrzeuge.

Der Automobilhersteller Hyundai und dessen Tochter Kia streben die Etablierung eines gemeinsamen „Batterie Ökosystems“ mit dem Batteriehersteller SK Innovation an. Dies teilten die beiden koreanischen Unternehmen Hyundai und SK Innovation in einer gemeinsamen Presskonferenz heute mit. Die umfassende Partnerschaft soll Batteriemieten, Batterie Management Service und Batterie Recyclingkonzepte beinhalten.

Der Hersteller von Ultrakondensatoren Skeleton Technologies und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben eine Kooperation zur Entwicklung einer Graphenbatterie angekündigt. Dieser Batterietyp soll sich durch extrem kurze Ladezeiten und eine hohe Lebensdauer auszeichnen.

Der koreanische Batteriehersteller Samsung SDI plant weiterhin die hauseigene Forschung und Entwicklung zur Batterietechnik mit entsprechenden Investitionen voranzutreiben. 678 Mio. $ will das Unternehmen dafür alleine im Jahr 2020 ausgeben, den höchsten Investitionsbetrag im Bereich in der Geschichte des Unternehmens.

Abseits der konventionellen Weiterentwicklung von Batterietechnik über die oftmals punktuelle Optimierung einzelner Bestandteile innerhalb einer Batteriezelle, gibt es von Zeit zu Zeit immer wieder spektakuläre Energiespeicheransätze. Einen dieser spektakulären Ansätze verfolgt das Unternehmen Nano Diamond Battery (NDB) aus Kalifornien, dass Atommüll für den Bau von Batterien mit enormer Haltbarkeit nutzen möchte.

Keinen Monat dauert es mehr bis Tesla auf seinen, wegen Corona auf den 22. September verschobenen, Battery Day die neusten unternehmenseigenen Entwicklungen zur Batterie vorstellen wird, da Bericht Tesla CEO heute bereits wie er die Entwicklung der Batteriezelle in den nächsten Jahren sieht. „400 Wh/kg produziert für den Volumenmarkt, mit hoher Zyklenbeständigkeit, sind nicht mehr weit entfernt.“

Seit Tausenden von Jahren dienen Ziegelsteine als Baumaterial und haben sich in unterschiedlichen Kulturen etabliert. Forscher von der Washington University in St. Louis haben den Ziegelstein auf seine Eignung als günstigen Baustoff für Energiespeicher hin untersucht.

CATL hat angekündigt, dass das Unternehmen Batteriezellen entwickeln will, die sich technisch von bestehenden NCA, NMC und LFP Zellchemielösungen abheben und dabei komplett ohne Nickel und Kobalt auskommen sollen. Sollte diese Vorhaben CATL auf nachhaltiger Basis gelingen, so besteht die Möglichkeit hier einen weiteren erheblichen technologischen Sprung in der Batterietechnik zu erreichen.

Nach aktuellen Informationen arbeitet CATL an einer Lösung die Batteriemodule und ferner auch Batteriepacks überflüssig machen soll. Stattdessen sucht der chinesische Batteriehersteller, der hinter LG Chem aktuell Nummer 2 auf dem Weltmarkt ist und seit einiger Zeit auch Tesla beliefert, Lösungen, um Batteriezellen direkt in der Fahrzeugkarossiere einzubauen. Nachdem bereits bekannten „Cell-to-Pack“-Ansatz entsteht nun die Idee von „Cell-to-Chassis“.

Forscher der Universität Kyoto und Toyota arbeiten gemeinschaftlich an der Entwicklung von Fluorid-Ionen Batterien, die komplett ohne Lithium auskommen. Diese können bei gleichem Gewicht wie Lithium-Ionen-Batterien in etwa siebenfach mehr Energie speichern. Bereits heute soll es schon einen Prototyp der neuen Batterietechnik, hergestellt durch die Projektpartner, geben.

Die Leistungsfähigkeit heutiger mobiler Anwendungen steigt von Jahr zu Jahr stetig an. Sei es das Smartphone oder das Automobil, immer wieder müssen batterieelektrische Systeme Höchstleistungen erzielen und das auf Basis einer Technologie, die in den 80er Jahren erfunden wurde. Nun suchen zahlreiche Start-Ups, ebenso wie die weltweit führenden Unternehmen der Batterieherstellung, nach neuen Lösungen und künftigen Standards, vor allem in Japan.

Die britische Universität Surrey hat mit der Arbeit an einer neuen Lithium-Ionen-Batterietechnologie begonnen, die in der Lage sein soll CO2-Emissionen einzufangen. Hierzu sollen, im Rahmen eines nun startenden Projektes, modernste Batterien mit der elektrochemischen Li-CO2-Technologie erforscht werden. Wichtig sei insbesondere, dass die Forschungen eine effiziente Fixierung des CO2 zur Speicherung von Energie in einer Batterie schaffen.